Der Unvollendete

Für den Durchschnittsbürger ist ein Marathon die ultimative Herausforderung. Doch es gibt darüber hinaus noch Steigerungen: Ultra.

Offiziell darf sich jeder Lauf über die Marathondistanz hinaus so nennen. Aber es scheint nicht weit und hoch genug zu gehen, wenn man sich in der Ultraszene umhört. Mit dem Eiger Ultra Trail, über 101 km mit 6700 Höhenmetern, gibt es seit 3 Jahren einen solchen Lauf, der in der nach oben offenen Ultraskala, für mich unerreichbar erscheint und dennoch bei der Zielgruppe erfolgreich ist. Bei der 3. Austragung war der Lauf, inklusive Unterkategorien (51 und 16 km), schon seit Monaten ausgebucht.

Das war Daniela´s Jahreshöhepunkt. In der Planung für den Lauf war weder ein neuer Job, noch der aussergewöhnlich heisse Sommer vorgesehen, die einem Bademeister viel abverlangen… Trotzdem hat sie ihr Training, so weit es ging, durchziehen können. X-mal Pilatus usw. Dass in der Woche vor dem Eiger eine Magenverstimmung dazu kam, will man gerne ignorieren. Dass bei einem solchen Lauf alles stimmen muss, und nur ein kleiner Mosaikstein das Vorhaben zum “Scheitern” bringen kann muss man akzeptieren.

So ist sie an der kleinen Scheidegg, nach ca. 70 km, völlig erschöpft aus dem Rennen.

Und schmiedet am Folgetag schon wieder neue Pläne…

 

PS. Ich war fotografierend unterwegs. Hier meine Bilder von der Strecke:

 

Eiger Ultra Trail

Man muss immer vorsichtig sein mit Superlativen. Aber diesen Lauf würde ich mir nicht zutrauen: Mit den Etappenorten Grosse Scheidegg, First, Berghotel Faulhorn, Schynige Platte, Wengen, Männlichen, Kleine Scheidegg und der Traverse unter der Eiger Nordwand wird nicht nur Spektakel sondern einmaliges Bergambiente geboten. Dabei gilt es auf 101 Kilometern 6700 Höhenmeter zu bewältigen.

Wer, wie Daniela, die Gegend um Grindelwald sehr gut kennt und viele Streckenabschnitte schon gelaufen ist, merkte unterwegs auch, dass nicht immer der leichteste Weg gewählt wurde, sondern noch ein paar “Schikanen” eingebaut wurden. 

Start 4:30 Uhr bei Dunkelheit und Stirnlampe, unendliche Strapazen an einem heissen Sommertag, wo man zusehen muss, den Flüssigkeitshaushalt halbwegs auszugleichen, ohne den Magen zu sehr zu reizen, sind nur Nebenschauplätze bei so einem Lauf.

Durchkommen war für Daniela das Ziel. Das mit einem 8. Platz bei den Frauen eine Top- Ten herauskam, 3. Schweizerin, war nicht zu erahnen. Zu gross waren die Namen im internationalen Spitzenfeld und im Nachhinein beachtlich, wer sich hinter Daniela rangieren konnte.

Hatte den Job des betreuenden Videofilmers. Mit diversen Bergbahnen konnte ich an verschieden Punkten stehen oder das (kurze) Stück von Wengen auf den Männlichen mitlaufen. Beachtlich der offensichtlich gute Eindruck der Läufer und im Verhältnis zur Strecke relativ geringen Ausfallquote. Von den 500 gemeldeten Läufern sind immerhin 357 ins Ziel gekommen.

Ebenfalls bemerkenswert die sehr gute Organisation und tolle Stimmung unterwegs und aller Helfer.

Beitrag vom Schweizer Sportpanorama

Hier mein Video vom Lauf: