Bei längeren Wettkämpfen habe ich zumeist Musik dabei. So auch beim Marathon Deutsche Weinstraße am vorletzten Sonntag. Dort braucht man eigentlich keine Ablenkung, da die Strecke interessant genug ist. So habe ich den MP3-Player auch erst nach 35Km, kurz vor Grünstadt angestellt. Mit Bolland und Bolland ging es los. Die sind weniger als Interpreten, sondern vielmehr als Songschreiber und Produzenten von Falco, Aha und Status Quo bekannt geworden. Gefällige Popmusik, die keine Flügel verleiht. Es ging weiter durch die Fußgängerpassage von Grünstadt, weiter nach Asselheim, wo der letzte deftige Anstieg wartet, der nochmal richtig weh tut. Kurz vor dem Gipfel ertönen Jagdhörner in meinen Ohren gefolgt von brachialen Gitarrenriffs. Waidmanns Heil, heißt das Stück, interpretiert von Rammstein. Die sind weniger als Lagerfeuerromantiker in Erscheinung getreten. Dementsprechend hat sich mein Schritt, trotz fortgeschrittenen Wettkampfverlaufes , merklich beschleunigt. Unwillkürlich ziehe ich die Oberlippe hoch und fletsche die Zähne. Hoffentlich komme ich nicht so auf ein Foto. „Auf dem Lande auf dem Meer lauert das Verderben Die Kreatur muss sterben“, brüllt man mir ins Ohr. Während ich andere Läufer überhole, wiederholt der Chor „sterben“. Das Ziel naht, die Musik wird dezenter. Mit „Speedway at Nazareth“ erreiche ich Bockenheim und genieße den Zieleinlauf unter dem Weintor 6 Minuten schneller als vor 2 Jahren.
Waidmanns Heil
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