Twizel ist ein seltsamer Ort, wenn man seine Entstehung nicht kennt. Ein Retortendorf auf sehr großer Fläche, mit viel Raum für erheblich mehr Einwohner. Doch das Freibad hat nur wenige Stunden täglich geöffnet, das Infocenter war bereits am frühen Nachmittag geschlossen. Twizel sieht nicht nach Boom aus. Dabei sollte der Ort nach früheren Plänen eingestampft werden. Er war als Wohnsiedlung für die Bauarbeiter gedacht, die das Bauprojekt der Stauseen im Zentrum der Südinsel ausführten, welches 1985 nach 50 jähriger Bauzeit abgeschlossen wurde und nun ein Viertel des Strombedarfes des Landes deckt. Allerdings sieht der Orte immer noch retortenmässig aus. Auf großer Fläche sieht man vereinzelte Neubauten, zerstreut von weiterem erschlossenem Bauland.
Wenn man sich die Landschaft der Region ansieht, ist es nachvollziehbar, warum man auf Energiegewinnung aus Wasserkraft setzt. Denn das Land ist augenscheinlich nur begrenzt fruchtbar. Nicht mal Schafe, nur dürres Gras. Fast eine Mondlandschaft.
Entsprechend komisch war der Zeltplatz, unweit des Ortes. Etwas runtergekommen, kaum aktuelle Gäste, ausser Schulklassen.
Jedoch, nach einer vorabendlichen Joggingrunde im Regen eine Sternklare Nacht. Habe noch nie so viele Sterne im Orion gesehen. Und eine Ruhe! Bis auf den blöden Kühlschrank.
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