Buller Gorge Marathon

Wenn wir eine Reise in ein fernes Land unternehmen, ist es gute Tradition, einen Marathon zu integrieren. Für unsere Reise durch Neuseeland haben wir den Buller Gorge Marathon ausgewählt. Der Buller River fließt in Westport, im Nordwesten der Südinsel liegend, ins Tasmanische Meer.
Mit Bussen wurden wir flussaufwärts gebracht, wo der Start auf der gesperrten Fernverkehrsstraße Nr. 6 pünktlich 8.30 erfolgte. Es ging die ersten 8 Km Richtung Berlins, wo es nach der Wendestelle dann dem Flusslauf bergab ging. Allerdings wurde der Laufrhythmus durch häufige Gegensteigungen jähe unterbrochen. Aus dem Gefälle zwischen Start und Ziel wurden dadurch, laut der Messung meiner Uhr, fast unglaubliche 600 Höhenmeter. Somit schon ein Vorgeschmack auf den Weinstraßen Marathon im April.
Von 2500 Teilnehmern war die Rede, wobei das Feld der “Full Marathon” Läufer schätzungsweise aus 300 bunt gemischten Athleten bestand. Eine offensichtlich Japanische Teilnehmerin, die sich vor dem Start mit diversen Salben präparierte, hatten wir, wegen ihres sehr athletischen Aussehens als Favoritin vermutet. Nach der Wendestelle passiere ich sie aber bereits mit erheblichen Rückstand zu Daniela, die ihrerseits den Lauf gemütlich nehmen wollte und sich spontan der aus Wellington kommenden Roanna May anschließ. Beide liefen bis Km 38 zusammen, bis der Neu Seeländerin einen Schwächeanfall erlitt. Dieser, weil bei den Verpflegungsstellen das Wasser ausgegangen war. Bei der aufkommenden Hitze unter sommerlicher Sonne, mit wenig Schatten, nicht ungewöhnlich. Glücklicherweise erholte sie sich wieder und kam dann doch noch ins Ziel.
Das übersichtliche Läuferfeld hat sich auf der Buller Schlucht rasch auseinander gezogen. Die zu überholten Wander, die den Halbmarathon absolvierten, sorgten für Abwechslung, wie auch einige schöne Ausblicke über Brücken in der Schlucht. Die letzen 12 Km vor vor dem Zielort Westport, wurde die Landschaft offener, bei der hoch stehenden Sonne wurde es merklich heiß und bei den Verpflegungsstellen wurde das Wasser knapp. Es gab zwar immer tu trinken, aber die Isogetränke sind nicht jedem Läufer bekömmlich. Getränke wurden in handlichen, offensichtlich mehrmals benutzten, Plastikflaschen ausgegeben. Mit dem Vorteil, dass man sie in der Hand behalten kann und unterwegs jederzeit trinken kann. Erstaunlicherweise wurde auf feste Verpflegung ganz verzichtet, was auch ungewöhnlich ist.
Die letzten beiden Km ging es dann über die Lang gezogene Buller-Brücke ins Zentrum von Westport, wo nun zahlreich Zuschauer für gute Stimmung sorgten. Schließlich der tolle Zieleinlauf im Victoria Squere. Knapp unter 3 1/2 Stunden, fotografierend und auf vorhergehende Ruhetage verzichtend, keine schlechte Zeit, so früh im Jahr. Platz 45 Gesamt, hat nur statistische Bedeutung. interessant vielleicht die Tatsache, dass ich spätestens nach der Hälfte der Strecke von keinem Läufer überholt wurde und sogar noch Plätze gut machen konnte.
Wie immer, bei so exotischen Läufen, ein besonderes Lauferlebnis.
Wider Erwarten habe ich im Zielbereich sogar noch ein Bier bekommen. In Neu Seeland sind Alkoholfreie Zonen weit verbreitet und deren Einhaltung wird kontrolliert. So sind praktisch alle Strände und öffentlichen Plätze davon betroffen. Der Zielbereich im Victoria Squere normalerweise auch. Ausnahmsweise wurde eine lizensierte Zone eingerichtet, in der Bier und Wein ausgeschenkt wurde. Eine Gruppe älterer Herren, in schottischer Tracht, hatte auf der Strecke mit Dudelsackmusik für Unterhaltung gesorgt. Nun waren sie im Festzelt bei prächtiger Laune. ein stattlicher Berg von leeren Bierflaschen vor ihnen, die schlüssige Erklärung.
Der Buller George Marathon ist ziemlich genau in der Mitte unserer Reise. Nun liegen sicher noch schönen Eindrücke und Erlebnisse vor uns.