Jahresrückblick

Das sich dem zu Ende neigende Jahr ist Gelegenheit für einen Blick in den Rückspiegel.

Dieser beginnt ausnahmsweise mit einem nichtsportlichen Thema, der Veröffentlichung meiner ersten CD namens „halbsaiten“. Über 30 Jahre spiele ich Gitarre. Der in meinem Job unausweichliche Schichtdienst lässt wenig Spielraum dieses Hobby mit öffentlichen Aufführungen zu kombinieren. So blieb es bislang bei gediegener Hausmusik. Der technische Fortschritt hat dem Hobbymusiker indes bezahlbare Aufnahmetechnik ermöglicht. So sind in meinem immer besser aus gestattenden Homestudio ein paar Stücke entstanden, die ich der erwartungsfrohen Hörerschaft nicht vorenthalten 

wollte, wissend, das dies kein Musikrichtung ist, die millionenträchtige Verkaufszahlen erreicht. Dennoch bin ich über die durchaus positive Reaktion so erfreut, so dass ich ein Nachfolgeprojekt für das kommende Jahr in Aussicht stelle.

Vielleicht ist es kein Zufall, dass mein persönlicher Jahresrückblick nicht mehr den rein sportlichen Schwerpunkt hat. Aber gelaufen bin ich auch in diesem Jahr. Und da hat es schon Anfang Februar einen Marathon gegeben. Diesen in unserer Reise durch Neuseeland integriert, den ich in guten knapp 3 !/2 Stunden fotografierend gelaufen bin. Gefolgt vom traditionellen Marathon Deutsche Weinstraße. Ohne Fotokamera 5 Minuten schneller auf ähnlicher Strecke, was die Höhenmeter betrifft. Und einmal mehr mit einer Stimmungsvollen Gruppe, die uns von der Schweiz in die Pfalz begleitet hat. Wir freuen uns schon jetzt auf 2014, wenn es zum 9, Marathon Deutsche Weinstraße geht.

Im Juni stand ich dann wieder in Biel an der Startlinie. Eine wieder frisch aufgebrochene Verletzung zwang mich in Kirchberg, nach gut 56 Km, zur Aufgabe, Somit bin ich meinem mal gesetzten Ziel, die 100 Km zehnmal zu laufen, nicht näher gekommen. Weiss nicht, ob ich die Motivation und mentale Stärke aufbringe, nochmal 3×100 Bieler voll zu machen.

Das Erlebnis des Jahres war zweifellos der Wayve, dieser neue Lauf über 111 Km um den Zürichsee, den ich gemeinsam mit Daniela geschafft habe. Die Länge der Strecke ist schon beachtlich genug. Dazu kamen dann aber noch gut 2000 Höhenmeter und erschwerte Bedingungen durch ausdauernden, ergiebigen Regen und schliesslich eine Zusatzschlaufe, nachdem wir einen Abzweig verpasst hatten. Für das neue Jahr hoffen wir dann auf besseres Wetter…

Das Wetterpech blieb mir auch beim abschliessenden Herbstmarathon in Luzern treu. Am letzten Oktobersonntag einen handfesten Wintereinbruch, mit allem was dazu gehört. Da war die Zeit nebensächlich.

Eine Laufsaison mit wenigen Läufen auf kürzeren Strecken, nur deren 3 kürzer als die klassischen 42,195 Km. Die Erkenntnis, nicht mehr schneller zu werden ist nicht neu, hält mich aber davon ab, jede Woche zu jedem Wald- und Wiesenlauf zu gehen.

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Den Schwerpunkt auf lange und ultralange Läufe kann man bei Daniela schon seit längerem beobachten. Nach soliden Zeiten in Neuseeland (3:57) und an der Weinstraße (3:46) sollte der Jahreshöhepunkt mit dem 200 Km langen Irontrail folgen. Dieser wurde nach „nur“ 60 Km vom Veranstalter abgebrochen. Sicher war das Wetter schlecht. Es gab allerdings auch gravierende Mängel in der Organisation. Bin gespannt, ob dieser Lauf auf Dauer bestand haben kann.

Als „Ersatz“ ist sie dann beim Mountainman (80Km / HD 5000m) gestartet und dort einen sehr guten 7. Patz (Altersklasse 2.) gelaufen.

Wie bereits erwähnt ist Daniela den Wayve mit mir gelaufen. Um es kurz zu sagen, sie hatte die ersten 30 Km etwas Mühe, ich habe dafür die letzten 80 km gelitten. Ohne mich „am Bein“ wäre womöglich für sie eine noch bessere Platzierung als Rang 6 bei den Frauen möglich gewesen. Diese Möglichkeit steht ihr 2013 offen. Denn unter dem Weihnachtsbaum lag ein Gutschein zur Teilnahme an The Wayve Nr.2,

Ausgestellt vom Herrn Gemahl…

Nach dem Lauf ist vor dem Lauf

War nicht zu erwarten, dass ich den Wayve, die 111 Km um den Zürichsee (mit Umweg 113 Km), so gut verkraftet habe. Oder sagen wir mal, subjektiv. Beim ersten Long Jog, zwei Wochen später, habe ich in den Steigungen schon gespürt, dass die letzte Kraft noch fehlt. Ansonsten hatte sich sehr schnell wieder ein gutes bis sehr gutes Laufgefühl eingestellt. Denkbar, dass dies aus einem Endorphine Überschuss, nach so einem Erlebnis rührt…

Nun stehen mit dem Weimarer Stadtlauf, über die Halbmarathon Strecke und 2 Wochen später dem Luzern Marathon, die letzten längeren Wettkämpfe dieses Jahr an.

Spätestens dann werde ich den Unterschied zwischen subjektiver und objektiver Erholung aufgezeigt bekommen.