Mark Knopfler & Mr. Bob

Hätte ich nicht gedacht, dass ich Bob Dylan dieses Jahr ein zweites Mal sehen werde. Nach dem seltsamen Konzert in Sursee, hatte ich eigentlich alles gesehen.

Dylan war ja nie der große Instrumentalist. Lausiger Gitarrist, auf der Mundharmonika hat man immer das Gefühl, er trifft die Töne nur selten. Nun spielt er viel Orgel. Das macht es nicht besser. Freilich, Dylan sind vor allem seine Texte. Nicht umsonst galt er als heißer Anwärter auf den Literatur Nobelpreis. Nur leider versagt ihm die Stimme und es kommt nur noch ein Krächzte wie ein „tollwütiger Kojote“, wie die Berliner Zeitung treffend schrieb.

Nun hatte vermutlich sein Management die Idee, eine Tour zusammen mit Mark Knopfler zu machen. Warum nicht? Knopfler spielte in der Frühphase seiner Kariere 1979 auf „Slow Train Comming“ Gitarre und war zusätzlich auf „Infidils“ (1983) als Produzent dabei.

Nun ein volles Hallenstadion. Dylan alleine hätte das wohl nicht gefüllt. Punkt 8 Uhr fängt Knopfler mit „What is it“ an. Vom ersten Ton glasklarer Sound. Knopfler steht natürlich mit seiner famosen Gitarrentechnik im Vordergrund, lässt aber seiner Band, größtenteils jahrelange Mitstreiter, genügend Raum, sich in Solo`s zu entfalten. Bei „ Ein großartiges Konzert, das leider zu kurz ist und somit „Sultans of Swing“ , „Telegraph Road“ oder „Romeo and Juliet“ keinen Platz in der Setliste ließen.

Nach kurzer Umbaupause steht Bob Dylan mit seiner Band auf der Bühne. Bei den ersten 4 Songs spielt Knopfler noch mit. Eher unauffällig, immer mit Blick zu Dylan. Dylan spielt seine Hits „Highway 61 Revisited“, „All Along The Watchtower“ oder ” Like A Rolling Stone“. Die Band lärmt, Dylans Stimme ist nicht mal mehr in der Lage einfache Melodien zu singen. „Blowin’ In The Wind“, dem letzten Stück des Abends, ist auch bei sehr gutem Willen kaum zu erkennen. Das haben viele Zuschauer gar nicht mehr mitbekommen. Nachdem Knopfler die Bühne verlassen hatte, lichteten sich die Reihen im Hallenstadion merklich.So darf die Frage gestattet sein, was eine fast ausverkaufte Tour durch die größten Hallen bringt, wenn die Zuschauer beim Hauptakt flüchten. Dylan mag das egal sein. Die lebende Legende wird auch weiter auf seine „Never Ending Tour“ seine Zuschauer verzücken oder verschrecken.