Kleider machen Leute

Habe neulich einen Schreck bekommen, als ich mich im Spiegelbild einer Fensterscheibe vorbei joggen sah. Mit meiner Jacke aus dem letzten Jahrtausend sah ich doch ziemlich underdressed aus. Kein Wunder, dass mich Marco Tschannen heute an der Aare erst erkannte, als ich seinen Namen rief.

Zugegeben, die Farbkombination des fast antiken Stückes- hellgrün, blau, violett sowie mausegrau, haben den Durchbruch als Trendfarben bislang verfehlt. Anderseits, gab es bislang keinen vernünftigen Grund, mich von der Jacke zu trennen.

Das muss vor 13 Jahren beim Silvesterlauf in Britzingen gewesen sein, als ich sie erstand. War damals schon ein Auslaufmodel. Die 50 D-Mark, die ich über den Ladentisch schob, waren gut investiert.

Vor 10 Jahre, beim 100 Km Lauf Biel, trug ich sie, als es die ganze Nacht regnete. Das war meine Bestzeit. So hat die Jacke musealen Wert.

Freilich, die Reißverschlüsse sind nicht mehr taufrisch und in den Taschen sollte man kein Hausmeisterschlüsselbund transportieren. Anderseits sind die Bündchen an den Armen elastisch wie am ersten Tag und auch die Geruchsaufnahme des Materials ist minimal. (Wer regelmäßig schweißtreibenden Sport betreibt, weiß, was ich meine…)

Nun bin ich zu meinem Geburtstag mit einer neuen Jacke beschenkt worden, Mal gespannt, wie dieses trendige Markenstück in 13 Jahren aussieht.