Ausgetretene Pfade

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Wenn man fast täglich joggend unterwegs ist, sucht man gelegentlich nach Abwechslung. So bin ich am Donnerstag nach Seon gefahren, um von dort nach Hause zu laufen. Das von A nach B Laufen ist logistisch aufwändig, aber interessanter, als die gewohnten Runden.

Auf kürzestem Weg wären es etwa 13 Kilometer. Das es dann über 18 km wurden, war so nicht eingeplant.

Von Seon Richtung Schafisheim wollte ich eine Abkürzung durch den Wald machen, was nicht nur wegen des Schnees noch etwas schwierig werden sollte. Also beim Bettenthal links zu den Häusern, in der Hoffnung, der Weg würde über den Höhenzug nach Gränichen führen. Soweit mein Plan.

Nach dem ich die Häuser passiert hatte, ging der Weg schon mal weiter. Ein gutes Zeichen. Dass der Untergrund von schwere Holzfahrzeugen praktisch umgepflügt, war meiner Pace abträglich. Der aufziehende Nebel machte die Orientierung nicht leichter. Dann eine wohl frisch umgefallene Baumgruppe, die den Weg versperrte. War jetzt schon zu lange auf diesem, kaum noch auszumachenden Pfad unterwegs, um zurück zu laufen. So kroch ich mutig, auf allen Vieren unter den labil liegenden Baumstämmen hindurch.

Der Weg ging glücklicherweise weiter. Soweit die gute Nachricht. Dass nur noch Tierspuren im Schnee zu sehen waren beunruhigte mich, hatte es doch seit Tagen nicht mehr geschneit. Der Nebel wurde auch dichter, es würde auch bald eindunkeln. Unter dem Schnee versank ich bis zum Knöchel im Schlamm. Mein Tempo war das eines Schwimmers. Kein Wunder bei dem hohen Schnee, in dem ich die ersten Spuren lief. Ein Weg war schon lange nicht mehr zu erkennen und bei dem Nebel hatte ich auch kaum noch Orientierung in welche Richtung ich unterwegs war.

Dann öffnete sich das Tal. Spuren waren wieder im Schnee zu erkennen. Hatte keine Ahnung, wo ich rauskommen würde. Dann sogar eine asphaltierte Strasse. Wo bin ich?

Bis ich realisier, dass ich genau an der Stelle stehe, wo ich vor gefühlten Stunden eine Abkürzung laufen wollte.

Fazit: Laufen muss nicht langweilig sein, wenn man bereit ist gewohnte Pfade zu verlassen.

 

2 thoughts on “Ausgetretene Pfade

  1. Beim Laufen ist mir nie langweilig. Seit ich eine Suunto Ambit am Handgelenk trage, Pläne ich bei Streckenläufen meist die Strecke via gpstracks und spiele die Route auf die Uhr. Damit sind zwar die Überraschungen bezüglich Wegbeschaffenheit nicht ausgeräumt, doch auch bei einem ungeplanten Umweg stimmt die Richtung. Wenn ich bezüglich Richtung unsicher bin, kann ich nicht mit vollem Elan weiterlaufen

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