Karma

Auf unserem Asientripp haben wir nach Vietnam zum Glück noch Thailand eingeplant. Freundliche Menschen, traumhafte Strände, feines Essen.

Trotzdem wir zum wiederholten Mal in dem gleichen Hotel, abseits von Khao Lak sind, versuchen wir immer wieder neuen Laufstrecken zu erkunden. Denn die sind jenseits der Hauptstrasse rar. Dank GPS und Google kann man sich orientieren. Wie hat man sich eigentlich vor Internet und Co fortbewegt?

Jedenfalls wollte meine Gemahlin eine ihrer gefürchteten Zusatzrunden anhängen. Und plötzlich stehen wir vor einer Meute Hunden, die immer grösser und anhänglicher wurde. Gänse, Katzen und Schweine gesellten sich dazu. Wir sind in einem buddhistischen Tempel gelandet.

Die Hunde, frei von Angfiffslust, wurden dann doch lästig. Der Mönch, der von 25 Hunden sprach, zeigte uns dann noch den Weg.

Später kamen wir zurück, mit dem gemieteten Motorbike und Futter genug für alle Vierbeiner.

 

Vietnam

Ho Chi Minh City ist der Schlusspunkt unserer Reise durch Vietnam. Eine schräge Stadt, riesig, chaotischer Verkehr, modern und trotzdem Vintage, wie man heutzutage zu sagen pflegt.
Für das Nachtessen mussten wir in der 8 Millionenmetropole dann einen längeren Fussmarsch machen. Nicht, dass wir in Asien nicht offen wären für Aussergewöhnliches. Aber zuerst sind wir in einer Strasse gelandet, wo nur Smartphone verkauft wurden. Das ist auch so eine Spezialität in Südostasien. Es gibt immer ganze Strassenzüge, wo das gleiche angeboten wird. Entweder es gibt die ganze Strasse nur Sanitärbedarf oder Schneider oder irgend etwas anderes. Nur wollten wir was essen und sind von einer Speziastrasse in die nächste gekommen.
Als wir dann doch an einem Haus vorbei kamen, in dem Essen angeboten wurde, liefen dort rotgekleidete, junge Mädchen umher, die offensichtlich andere Dienstleistungen anboten, die man als Paar selten in Anspruch nimmt… An den Tischen sassen angetrunkene Einheimische, unter dem Tisch halbleere Bierkisten.
Haben dann doch noch lecker gegessen, als einzige Gäste eines kleinen Strassenrestaurants.

Fazit: Es gibt nicht Das Vietnam. Jeder Ort, den wir besuchten, ist grundverschieden. Selten schön, interessant allemal, wen man sich darauf einlässt. Die Mentalität der Menschen scheint sehr Chinesisch angehaucht. Zumeist sehr zurückhaltend. Das mag auch damit zusammen hängen, das man sich mit Englisch nur selten gut verständigen kann.
In Mitteleuropa redet man von Feinstaubbelastung. Im Vergleich zu den meisten Zielen, die wir in Vietnam besuchten, kann man jeden mir in Mitteleuropa bekannten Punkt, als Luftkurort bezeichne. Es bleibt zu hoffen, dass der technologische Fortschritt bald den Verbrennungsmotor ablöst.

Schwarmintelligenz

Habe das Gefühl, mich im heimischen Strassenverkehr souverän zu verhalten. Klare Regeln, die es einzuhandeln gilt. Hupen nur im Ausnahmefall.

Für Vietnam gilt das nicht. Gut eine Woche im Land, seit gestern radfahrend, zweifele ich an meiner Kompetenz. Hier gelten auf den ersten Blick keinerlei Regeln, ausser ständig hupen zu müssen. Das hat, im Gegensatz zum Mitteleuropäer, scheinbar nichts mit Aggressionen zu tun. Man hupt beim Überholen einfach. Ist mir bislang verborgen geblieben warum.

Als vor einer Schule sich der Verkehr leicht staute, sah es aus, wie bei einer Schafherde, wo es nicht weiterging und alle laut blökend sich ihren Wege bahnend wollten.

Als ich gestern mit dem Rad unterwegs war, habe ich die Klingel so häufig wie noch nie zuvor benutzt.

Krank

Nicht schön, wenn man auf Reisen erkrankt. Noch schlimmer, wenn Läufers Uhr den Dienst versagt. Nicht ganz, denn nur das Armband ist gerissen. Und somit sind wenigstens die lebenswichtigen Daten aufgezeichnet. Dazu muss ich beim Laufen die Uhr in der Hand tragen.

Grundsätzlich nicht tragisch, wenn man sich nicht gerade in Vietnam 🇻🇳 aufhält, wo Strassenverkehr fast ungeregelt, ständig hupend, aber trotzdem wundersam funktioniert. Da hat der Mitteleuropäer gerne die Sinne geschärft und die Hände frei. Zumindest eine. Denn ich bin ja nicht zum Spass hier. In der andere Hand hat der “Touri” die obligate Kamera.

Zurück zum Patienten. Wie weiss ich, wie ich geschlafen habe, wenn ich nicht die elentaren Parameter ermitteln kann? Werden Schlafdaten auch aufgezeichnet, wenn ich die Uhr in der Hand halte?

Doch es gibt Rettung.

Siamesische Zwillinge werden getrennt, Herzklappen verpflanzt sowie allerlei Krankheiten geheilt, an denen man früher starb.

Für mich ist die Rettung Kabelbinder, die für 5000 Dong in Hanoi erstanden habe. Der Urlaub ist gerettet!

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Mahlzeit

Der Grund unserer häufigen Besuche in Ländern Südostasiens hängt auch mit unserer Vorliebe für exotische Speisen zusammen. Zutaten wie Ingwer, Zitronengras oder die Milch einer Kokosnuss gehören zum heimischen Kochen mittlerweile dazu.

Fleisch ist da noch einmal etwas anderes. Ungekühlte Hühnerbeine erstaunen den Mitteleuropäer, wenn man die auf einem Markt entdeckt, wo sich die Einheimischen, in Thailand beispielsweise, versorgen. Oder Federvieh das, wir in Malaysia gesehen, mitten auf der Strasse ausgenommen wurde. Unappetitlich.

Bis wir einen Markt in Sapa, im Norden Vietnams, besuchten. Nach dem Anblick eines zum Verkauf angebotenen Vierbeiners-wo man befürchten muss, was das mal lebend gewesen sein mag-habe ich spontan beschlossen, auf den Verzehr von Fleisch bis zum Ende unserer Reise zu verzichten.

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Es kommen andere Zeiten

Das waren noch Zeiten, als Anfang November die Laufsaison sich, mit gut einem Dutzend Wettkämpfen, dem Ende neigte. Dieses Jahr habe ich nur 2 Startnummern ins Ziel getragen. Und das ohne Verletzungen, die mich an mehr gehindert hätten. “Es” hat sich einfach verlagert. Bin immer noch trainingsfleissig, um das endgültige Schlachtgewicht noch etwas hinauszuzögern. Aber es geht sportlich eher um fit bleiben, als Grenzerfahrungen zu sammeln. Und meine Bestzeiten bleiben nicht nur für mich unantastbar.

Anderseits hat sich der Schwerpunkt auch in Richtung Musik verteilt. Mein im April erschienenes Album ABSAITS war ein vorläufiger Höhepunkt. Ein neues Projekt ist unterwegs. Man darf gespannt sein.

Also freuen wir uns auf andere Zeiten.