D-Bike

Man verliert möglicherweise die Relationen für Leistungen von Hobbysportlern, wenn man, wie ich, schon seit vielen Jahren läuft. Freilich, die Zeiten früherer Jahre sind für mich unerreichbar. Meiner Marathonbestzeit, beispielsweise, laufe ich eine dreiviertel Stunde hinterher. Tendenz steigend.

Nur ist das im Vergleich zur „Durchschnittsbevölkerung“ immer noch beachtlich.

Lieber Besuch wollte an unserer sonntäglichen Laufrunde teilnehmen. Wenn Daniela für Stecke und Profil verantwortlich ist, nimmt man daran lieber motorisiert teil. Mutig zog meine weitgereiste Schwester das Rad vor. Darin ist sie geübt und hat schon so manches Land beradelt.

Von Entfelden nach Suhr geht es fast unmerklich bergab. Dann weiter das Wynnetal von Gränichen, Teufental nach Unterkulm. Das man dort schon 40 Höhenmeter macht, fällt kaum auf, die Radbegleitung noch locker unterwegs.

An der Böhlerstrasse zweigt es dann links ab und es ist ist vorbei mit lockerem Tritt, denn es geht jähe bergauf. So steil, dass man selbst bei gleichem Trainingsstand als Läufer bessere Karten hat und der Radfahrer vernünftigerweise rasch abreisen lässt.

Da macht es sich gut, dass man mit Daniela eine „Bergziege“ dabei hat, die auf den 200 Höhenmetern kaum den Mund öffnen muss und nach erreichen des Gipfels meiner, mittlerweile das Rad schiebenden Schwester, zu Hilfe kommt. Das Fahrrad wird kurzerhand zum D-Bike umfunktioniert und gemeinsam erreicht man den höchsten Punkt der Strecke. Der Ausblick entschädigt für die Mühe des Aufstiegs und mit Ausnahme des kurzen aber steilen Berges beim Böhler, geht es dann doch moderat über Wannen- und Rütihof weiter. Runter nach Muhen mit Danielas Schlaufe (damit die 30 km voll werden), dann zurück an den Ausgangspunkt, wo Holundersaft besonders gut schmecken.

Sportliche Leistungen sind relativ. Das war eine große Leistung. Glückwunsch Barbara!