Eine Busfahrt, die ist lustig…

…eine Busfahrt, die ist schön. Oder so ähnlich. Hier in Südostasien fährt man Bus statt Zug, wie es in eingangs zitierter Liedzeile richtigerweise wäre. In Laos ist die längste Zugverbindung nur 3.5 km lang. Die führt über die Freundschaftsbrücke nach Thailand, wo unsere Reise durch Südostasien ausklingt. In Thailand wird schon mehr Zug gefahren. Aber immer noch in keine, Vergleich zum dichten Streckennetz der Eisenbahnen in der Schweiz,
Das Meridian Hotel besuchen wir schon zum zweiten Mal. Das passiert uns selten. Ein sicheres Zeichen, dass es gut ist. Um genau zu sein, richtig gut. Bester Thailändischer Zimmerservice in einem wunderschönen Hotel direkt am Traumstrand. Freilich, beim wiederholten Besuch kann man schon das eine oder andere Haar in der Suppe suchen. So lädt der Hotel Manager nicht mehr höchstpersönlich zum morgendlichen Joggen, was wir seinerzeit überaus erstaunlich fanden und sich daraus ein loser Mailkontakt entwickelte.
Aber im Vergleich zu Laos ist Thailand im Allgemeinen und das Hotel im Besonderen, erstklassig und nicht nicht drittweltig. So sucht man sich trotz reichlich Luxus trotzdem die individuelle Freiheit beispielsweise beim Laufen. Die Möglichkeiten sind freilich beschrängt, einerseits, weil schon mal ein Meer da ist, was potentielle Laufwege ausschliesst und anderseits kein dicht erschlossenes Wegenetz besteht, wie wir es von zu Hause aus kennen. Aber mit etwas Pfadfindergeist findet man doch erstaunlich schöne Wege, die mit Sicherheit kaum ein “normaler” Touri sieht. Schöne Wege ins Landesinnere , vorbei am Kautschuk Plantagen oder Anbaugebieten für Früchte, die für uns exotisch gelten. So habe ich, neben Bananenpalmen und Melonenfeldern erstmals Ananasanbau gesehen.
Zu Thailand gehört die typische Küche mit ihren Gewürzen. Bei unserem letzten Besuch hatten wir davon schon reichlich im Gepäck, als es zurück ging und haben davon lange gezehrt… Grund genug, den Markt in Khao Lak erneut zu besuchen, um ein paar leckere Reiseerinnerungen mit nach Haus zu nehmen. Nach meinem Eindruck, das einzigen, was man an diesem bunten Markt an authentischem mitnehmen kann.
Ja und die Fahrt zurück war auch authentisch. Freilich kann man ein Taxi nehmen. Dreihundert Bath, knapp 10 Franken für 10 km sind für Schweizer Verhältnisse günstig. Aber in Thailand ist Handeln angesagt. Wahrscheinlich waren wir zu früh drann, denn die Fahrer liessen nicht mit sich handeln. So kam ein Reisebus auf mein Zeichen hin zum Stehen. Ein Fernreisebus von Phuket nach Bangkok, Strecke geschätzt gut 600km, hält mal kurz an, um uns zum Hotel Meridian zu fahren, dessen Namen wohl keinem der Gäste, geschweige denn der Crew, geläufig war. Durch angelaufene Streckenkenntnis konnten wir den Nachtbus rechtzeitig vor dem Hotel zum Halten veranlassen. Und ein drittel des Taxipreises sparen. Die hundert Thailändische Bath wanderten dafür unquittiert in die Brusttasche des Busbegleiters.
Gelegentlich war ich über das Internet online und erstaunt über Top Meldungen aus Bangkok, die bei flüchtigem Hinschauen eine Vorstufe eines Bürgerkrieges in der Hauptstadt vermuten liess. Davon haben wir herzlich wenig mitbekommen. Auch jedem Berlin Besucher kann im Zentrum möglicherweise eine politisch motivierte Demonstration bei einem Stadtbummel auffallen. Eben so haben wir das in Bangkok beim Marathon, dessen Strecke womöglich aus diesem Grund geändert wurde (?) wahrgenommen. Später, beim Umsteigen auf dem Flughafen und bei unserem Aufenthalt in Khaolak, hat man davon beim besten Willen nichts gemerkt.
Nach 3 Wochen Südostasien freut man sich wieder nach Hause zu kommen, wenn man vom vorweihnachtlichen Einkaufskrieg mal absieht.
Was bleibt ist die angenehme, freundliche, offene Einstellung, die wir hier oft erleben durften. Ein schöner Kontrast zur rationale Welt in der wir in Mitteleuropa leben und denken, am Nabel der Welt zu sein.
Mit so einer Reise kann man die Welt nicht verbessern. Es öffnet aber einmal mehr den Horizont…

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