Marathon Deutsche Weinstraße 6. April 2008
Ich gebe es zu, bin Wiederholungstäter beim Marathon Deutsche Weinstraße. Bei allen Austragungen dieses Erlebnislaufes an der Deutschen Weinstraße bin ich über die Marathondistanz gelaufen. Es hat sich aber mittlerweile rumgesprochen, dass die Pfalz eine Reise wert ist. So hatten wir schnell eine Gruppe von 24 Teilnehmern zusammen, die mit uns den Weinstraßen Marathon bereisen wollten. Mit je einem Drittel Marathon-, Halbmarathonläufern und Betreuern waren die Aufgaben gut verteilt.
Freitagnachmittag machten wir uns auf den Weg nach Bockenheim, den Ort des Geschehens. Mit seinen paar Hundert Einwohnern muss man ihn auf der Karte suchen und hatte am Abend nicht das Gefühl, dass am Sonntag ein Wettkampf mit über 3000 Läufern stattfinden soll. Den Samstag besuchten wir
Bad Dürkheim, die nette Kurstadt an der Weinstraße, die auch
Wendepunkt beim Marathon ist. Von der Saline, einem Wahrzeichen der
Stadt, war nur noch das Fundament zu sehen. Der Rest wurde vor einem
Jahr durch einen gelegten Brand zerstört. Auf dem Rückweg machten wir noch die obligatorische Weinprobe. Deutscher Wein ist in der Schweiz nicht sehr bekannt. Wie aber zu sehen war, mundete er Vielen. So nebenbei erfuhren wir von der Gutsherrin Frau Kohl noch einiges wissenswertes den Anbau und die Herstellung von Wein. Abends stand noch Startnummernausgabe und Pastaparty auf dem Programm.
Durch Bockenheim entzerrt
sich das Feld schnell und man kann seien Rhythmus finden. Vor
Asselheim warteten schon unsere Betreuer und Regula konnte und
fotografieren.
Durch die Fußgängerpassage in Grünstadt, auf Wirtschaftswegen durch die Weinberge ging es weiter nach Sausenheim, wo sich die Strecke teilt. Der Halbmarathon biegt Richtung Kirchheim ab, wir Marathonläufer laufen über Bobenheim am Berg nach Weisenheim am Berg. Die Ortsbezeichungen sind nicht zufällig. Es ging nun wirklich bergauf. Weiter nach Leistadt kommt eine langgezogene Gefällstrecke nach Bad Dürkheim. In der Innenstadt ist gute Stimmung bei den zahlreichen Zuschauern. Die morgendlichen Sonnestrahlen trügten. Beim Laufen wurde es ungemütlich. Regen und Graupelschauer bei kühlem Wind machten die Beine schnell steif. Um nicht eine Blockade in den Waden und Oberschenkeln zu riskieren nahm ich etwas Tempo heraus. In Dürkheim geht flach
durch die Weinfelder. Dieser Abschnitt ist unspektakulär. Knapp über
100 Meter über Meer haben wir den tiefsten Punkt der Strecke
erreicht. Die Halbmarathonmarke passiere ich nach 1:32 Stunden. Während wir Marathon Läufer den Aufstieg über Ungstein, Kallstadt nach Herxheim am Berg nehmen, laufen unsere ersten Halbmarathonis ins Ziel.
Mehr Genussläufer als Wettkämpfer zählten zu unserer Gruppe. Dennoch wurden herausragende Leistungen erzielt. Nach 1:41 Stunden traf Jacqueline Keller in Bockenheim ein. Als eine der erfolgreichsten Schweizer Läuferinnen, die erst kurzentschlossen durch einen freien Platz zu uns stieß, lief sie ein sehr gutes Comeback. Sie wurde im November an der Achillesferse operiert und ist erst wenige Wochen im Training. Trudi Marti, 1:46, gewann die Altersklasse der Frauen 65. Dies ist eine herausragende Zeit. Sensationell, wenn man weiß, dass sie vor knapp einem Jahr mit einer schweren Krankheit kämpfte. Daniel Wehrle kam mit
1:52 souverän unter 2 Stunden. Unsere laufender Chauffeur, Pius
Peter, lief 2:12 vor Romy Derungs 2:18. Es folgten die beiden
Rutht`s. Ruht Schmied 2:21, Ruth Lüscher 2:25. Das Duell der
schwergewichtigen Läufer entschied wieder einmal Armin Käser für
sich. Knapp unter 2:30 nahm er Ueli Haldemann noch 8 Minuten ab.
Ursula Peter schließlich in soliden 2:40 schloss unser Schweizer
Halbmarathonfeld ab. Wir Marathonläufer machten während dieser Zeit noch einen Abstecher nach Dackenheim, wo der berühmte Rieslingschwamm zur Erfrischung gereicht wird. Die Strecke streift Kirchheim und auf den Wegen Richtung Grünstadt warten noch ein paar giftige Anstiege. Von Grünstadt geht es den gleichen Weg zurück nach Bockenheim ins Ziel unter dem Weintor. Die meisten
Halbmarathonis waren schon geduscht und konnten mich auf den letzten
Metern noch anfeuern. Mit der Zeit, 3:10, bin ich sehr zufrieden.
Wie sicherlich auch Markus Zaugg, der knapp über 3:30 blieb. Daniela
Nusseck und Hanspeter Bolliger liefen die gesamte Strecke zusammen
und nach 3:31 ins Ziel. Eine Spitzenzeit für Silvia Burri. Die 3:49
bestätigte die gute Form, die sie bei vielen Trainingsläufen mit uns
bereits andeutete. Jürg Roost hat auf der 2. Hälfte noch etwas Zeit
verloren, ist mit seinen 4:08 im soliden Mittelfeld platziert.
Nicht zu vergessen unsere
Betreuer, Fans und Fotografen entlang der Strecke. War für Alle ein
erlebnisreiches Marathonwochenende. Dazu zählen in der Pfalz
natürlich auch die kulinarischen Spezialitäten. Leberwurstbrote bei
der Weinprobe im Weingut Kohl, deftige Fleischgerichte und Saumagen
im Sonnenhof, Wein in verschiedenen Geschmacksrichtungen und Bier
für den großen Durst. Danke an dieser Stelle Allen, die am Gelingen dieses Ausfluges beteiligt waren. In 2 Jahren, am 18. April 2010, werden Daniela und ich sicher wieder den Marathon Deutsche Weinstraße laufen. Vielleicht sieht man dann wieder vertraute Gesichter. Peter Nußeck April 2008
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